
Ein fehlerfreies Qualifying ist auf dem engen Stadtkurs von Monte-Carlo die halbe Miete. Das bestätigte auch der packende Saisonauftakt des Porsche Mobil 1 Supercups in den Straßenschluchten von Monaco.
Oeverhaus dominiert von der Pole-Position
Theo Oeverhaus sicherte sich im Porsche 911 GT3 Cup von Martinet by Alméras den besten Startplatz. Diesen Vorteil münzte der Osnabrücker direkt beim Erlöschen der Startampel in die Führung um. Er bog als Spitzenreiter in die berüchtigte erste Kurve ein und kontrollierte das Feld über die gesamte Distanz von 17 Runden souverän von vorne.
Rookie-Sensation in Reihe eins
Für eine handfeste Überraschung sorgte Andrea Bristot. Der Italiener aus dem Team Dinamic Motorsport bestritt sein allererstes Rennen im Fürstentum, sicherte sich im Zeittraining aber sensationell den zweiten Startplatz. Beim Start zeigte der Neuling Nerven wie Drahtseil: Auf den ersten Metern wehrte er die Angriffe von Kas Haverkort erfolgreich ab.

Beide Piloten beschleunigten Rad an Rad die Passage hinauf zum Casino. Auf der schlechteren Außenlinie musste der Brite schließlich nachgeben. Bristot belohnte sich nach einer fehlerfreien Fahrt mit dem zweiten Gesamtrang und dem Sieg in der Rookie-Wertung.
Packende Duelle auf den Verfolgerplätzen
Haverkort verteidigte den dritten Podiumsplatz erfolgreich gegen den heranstürmenden Robert de Haan. Dem Vorjahressieger von BWT Lechner Racing gelang damit als einzigem Fahrer aus der Spitzengruppe ein echter Positionsgewinn im Rennen. Als Fünfter kreuzte Porsche-Junior Flynt Schuring (Schumacher CLRT) die Ziellinie.
Neben Bristot komplettierten der Brasilianer Matheus Ferreira (GP Elite) und der Luxemburger Chester Kieffer (Schumacher CLRT) das Podium der Neueinsteiger.
Hollywood-Glanz im Fahrerlager
Die Pokale für die Sieger wurden von prominenter Hand überreicht: Hollywood-Star Patrick Dempsey ehrte die Piloten auf dem Podium. Der US-Schauspieler ist im Supercup kein Unbekannter und bestritt in der Vergangenheit bereits zwei Gaststarts.

In Monaco durfte er zudem in ein ganz besonderes Cockpit steigen: Dempsey pilotierte den historischen Porsche 911 GT1 aus dem Jahr 1996, der einst bei den 24 Stunden von Le Mans glänzte. Der legendäre Rennwagen führte das aktuelle Supercup-Feld stilvoll vom Außenlager in die Boxengasse.
Großes Lob von der Rennleitung
Oliver Schwab, der Projektleiter des Porsche Mobil 1 Supercups, zog ein durchweg positives Fazit nach dem Saisonauftakt. Er zeigte sich besonders von der Disziplin im gesamten Feld beeindruckt. Ein Rennen im engen Fürstentum ohne eine einzige Safety-Car-Phase sei über alle Rennserien hinweg eine absolute Seltenheit. Schwab gratulierte Oeverhaus zu dessen erstem Triumph in Monaco sowie Bristot für seine herausragende Leistung als Debütant.

Das sagten die Piloten nach dem Rennen
- Theo Oeverhaus (Sieger): Der Osnabrücker gestand, dass er den Lauf eigentlich kontrolliert angehen wollte. Da Bristot jedoch enormen Druck aufbaute, musste er das Tempo anziehen. Am Ende reichte es für einen komfortablen Vorsprung und den emotionalen Premierensieg in Monaco.
- Andrea Bristot (Platz 2 / Rookie-Sieger): Der Italiener blickte mit gemischten Gefühlen auf das Rennen. Als Vollblut-Rennfahrer wolle man zwar immer gewinnen, dennoch mache ihn der Podestplatz bei seinem allerersten Supercup-Rennen überglücklich.
- Flynt Schuring (Platz 5): Der Porsche-Junior kämpfte mit den Reifen, die durch die fehlenden Safety-Car-Phasen zeitweise überhitzten. Ein kleiner Fahrfehler kostete den Niederländer letztlich eine bessere Platzierung.
- Jaap van Lagen (Platz 7): Der Routinier feierte in Monaco sein stolzes 100. Jubiläum im Porsche Supercup. Dank eines perfekten Blitzstarts machte er direkt auf den ersten Metern zwei Plätze gut.
Ausblick: Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve feiert Premiere in Barcelona
Die Teams ziehen ohne Verschnaufpause direkt weiter nach Spanien. Bereits am kommenden Wochenende (12. bis 14. Juni 2026) steht auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya der zweite Saisonlauf auf dem Programm.
Für ein echtes Highlight im Starterfeld sorgt Jacques Villeneuve. Der Formel-1-Weltmeister von 1997 gibt sein Debüt im Porsche Mobil 1 Supercup. Der Kanadier übernimmt das Steuer des VIP-Neunelfers. Optisch ist das Fahrzeug ein Highlight: Das Design des Porsche 911 GT3 Cup ist an das bekannte, ikonische Helmdesign von Villeneuve angelehnt.
















