
Porsche spendiert dem elektrischen Taycan zum neuen Modelljahr umfangreiche Aktualisierungen. Die Neuerungen betreffen vor allem die Fahrdynamik auf Rennstrecken, softwarebasierte Fahrsimulationen, die aerodynamische Effizienz sowie das digitale Bediensystem im Innenraum.
Virtuelle Gangschaltung durch „E-Shift“
Eine technische Neuerung im Innenraum ist die optionale Funktion „E-Shift“. Diese simuliert in den Elektromodellen das Schaltverhalten eines klassischen Verbrennungsmotors. Das System arbeitet multisensorisch und bietet dem Fahrer folgende Funktionen:
- Simulierte Schaltvorgänge: Das System erzeugt spürbare Schaltrucke und ein künstliches Schleppmoment, das der klassischen Motorbremse ähnelt.
- Manuelle Steuerung: Über Schaltwippen am GT-Sportlenkrad lassen sich acht virtuelle Gänge manuell anwählen.
- Akustische Rückmeldung: Der modifizierte „Porsche Electric Sport Sound“ passt sich virtuellen Drehzahlen und der Motorlast an.
- Visuelle Darstellung: Ein digitaler Drehzahlmesser sowie eine Ganganzeige mit integrierter Schaltempfehlung ergänzen das Cockpit-Display.

Während das System beim Topmodell Taycan Turbo GT serienmäßig verbaut ist, lässt es sich bei allen anderen Karosserie- und Antriebsvarianten optional nachrüsten.
Rennstrecken-Kit von Manthey und Rekordzeit
Für den Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket ist ab sofort ein spezielles Manthey-Kit verfügbar. Damit bietet der Hersteller solche Performance-Pakete erstmals auch für ein reines Elektrofahrzeug an. Die Modifikationen umfassen Anpassungen an der Aerodynamik, dem Fahrwerk und der Antriebssteuerung. Das Kit ist sowohl ab Werk als auch als nachträglicher Teilesatz erhältlich. Im Rahmen von Testfahrten auf der Nürburgring-Nordschleife erzielte Rennfahrer Lars Kern mit diesem Paket eine Rundenzeit von 6:55,533 Minuten für Oberklasse-Elektrofahrzeuge.

Gesteigerte Effizienz für mehr Reichweite
Bei den Modellen mit reinem Heckantrieb (Sportlimousine und Sport Turismo) sorgt eine neue Reifenoption für mehr Effizienz. Die speziell optimierten 20-Zoll-Sommerreifen weisen einen besonders geringen Rollwiderstand auf. In Kombination mit der optionalen „Performance-Batterie Plus“ erhöht sich die maximale Reichweite nach WLTP-Standard um bis zu 20 Kilometer, wodurch Gesamtreichweiten von bis zu 700 Kilometern möglich werden.
Modernisierte Infotainment-Architektur
Die Steuerungskomponenten des Taycan wurden auf die neueste Generation der „Porsche Digital Interaction“ umgestellt. Der Zentralrechner bietet laut Hersteller eine fünffach höhere Rechenleistung als das Vorgängermodell, was Ladezeiten verkürzt und Menüabläufe flüssiger gestaltet.

Die wichtigsten digitalen Neuerungen im Überblick:
- Interaktives 3D-Fahrzeugmodell: Im Zentrum des Menüs steht eine dreidimensionale Darstellung des Autos, welche die exakte Außenfarbe des Kundenfahrzeugs widerspiegelt und als direktes Steuerungselement dient.
- Konfigurierbare Widgets: Der Startbildschirm lässt sich ähnlich wie ein Smartphone mit frei anordnenbaren Kacheln für Navigation, Medien oder Telefonie personalisieren.
- Themes-App: Die Farbwelten der Displays lassen sich individuell anpassen und mit der LED-Ambientebeleuchtung des Innenraums synchronisieren.
- Erweitertes App-Center: Nutzer können direkt im Fahrzeug Apps von Drittanbietern aus Bereichen wie Musik-Streaming, Parkplatzsuche oder Ladeplanung herunterladen.
- KI-Sprachassistent: Der optimierte „Voice Pilot“ versteht natürliche Sprache, erlaubt Folgefragen ohne erneutes Aktivierungswort und steuert Fahrzeugfunktionen wie die elektrische Ladeklappe.
- Hardware-Updates: Das System unterstützt Over-the-Air-Updates (OTA) im Hintergrund. Zudem wurde die kabellose Smartphone-Ablage mit einer Magnetkomponente ausgestattet und leistet nun bis zu 25 Watt Ladestrom.
Fazit: Evolution statt Revolution beim Elektro-Sportler
Die Modellpflege des Porsche Taycan zeigt deutlich, dass der Fokus bei der Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen zunehmend auf Software-Optimierung und digitalem Mehrwert liegt. Während die Hardware-Basis durch neue Effizienz-Reifen Reichweiten von bis zu 700 Kilometern ermöglicht, treibt Porsche vor allem die Digitalisierung voran: Das neue Infotainment und die künstlich simulierten Gangwechsel (E-Shift) sollen die Brücke zwischen klassischer Verbrenner-Emotionalität und moderner Elektromobilität schlagen. Für Rennsport-Enthusiasten markiert zudem das Manthey-Kit einen wichtigen Schritt, um Elektrofahrzeuge dauerhaft auf der Rundstrecke zu etablieren.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum neuen Porsche Taycan
Welche maximale Reichweite schafft der neue Porsche Taycan?
Mit den neuen, rollwiderstandsoptimierten 20-Zoll-Sommerreifen und der optionalen „Performance-Batterie Plus“ erreichen die Modelle mit Heckantrieb eine WLTP-Reichweite von bis zu 700 Kilometern.
Was ist die Porsche E-Shift Option?
E-Shift ist eine softwarebasierte Funktion, die das Fahrgefühl eines Verbrennungsmotors in den elektrischen Taycan bringt. Sie simuliert acht Gänge mit spürbaren Schaltrucken, einem virtuellen Drehzahlmesser und einem angepassten Motorsound. Die Steuerung erfolgt über Paddles am Lenkrad.
Für welche Modelle ist das Manthey Kit verfügbar?
Das aerodynamische und fahrdynamische Manthey-Performance-Paket ist speziell für den Porsche Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket konzipiert. Es kann ab Werk bestellt oder nachträglich als Satz verbaut werden.
Welche Rundenzeit fuhr der Taycan mit Manthey Kit auf dem Nürburgring?
Der Rennfahrer Lars Kern erzielte auf der Nordschleife des Nürburgrings mit dem modifizierten Taycan Turbo GT eine Bestzeit von 6:55,533 Minuten für Elektrofahrzeuge der Oberklasse.
Was bietet das neue Porsche Infotainment-System?
Die neue Generation der „Porsche Digital Interaction“ bietet eine fünfmal höhere Rechenleistung. Zu den Neuerungen gehören personalisierbare Widgets, ein interaktives 3D-Fahrzeugmodell, ein App-Center für Drittanbieter sowie ein KI-gestützter Sprachassistent (Voice Pilot).
Kann das Smartphone im neuen Taycan schneller geladen werden?
Ja, die kabellose Smartphone-Ablage verfügt nun über eine Magnethalterung und bietet eine gesteigerte Ladeleistung von bis zu 25 Watt. Das entspricht einer rund 1,5-mal schnelleren Ladung als im Vorgängermodell.
















