
Historischer McLaren-Erfolg auf dem Lausitzring – Ben Dörr triumphiert im Regenpoker: Ein spektakuläres Samstagsrennen in der DTM endete auf dem DEKRA Lausitzring mit einer echten Sensation. Dank einer cleveren Taktik, extremem Mut beim Reifenwechsel und dem passenden Quäntchen Glück sicherte sich Ben Dörr seinen Premierensieg in der Rennserie. Für McLaren bedeutete der Erfolg des 21-Jährigen aus Butzbach den allerersten DTM-Sieg der Markenkreisgeschichte. Damit bleibt die Meisterschaft extrem abwechslungsreich: Im fünften Rennen der Saison gab es den fünften unterschiedlichen Gewinner.
Der glückliche Sieger zeigte sich nach dem Rennen emotional, auch wenn er den Erfolg wegen einer nachträglichen Entscheidung nicht direkt auf dem Treppchen bejubeln konnte. Das Ziel von Dörr Motorsport im dritten DTM-Jahr sei es von Anfang an gewesen, ganz vorne anzugreifen. Dieser Meilenstein sei nun erreicht und setze die Richtung für die kommenden Läufe.
Reifenpoker nach plötzlichem Wolkenbruch
Das Fundament für den Triumph wurde bereits vor dem Start gelegt. Ein heftiger Regenschauer sorgte für eine nasse Fahrbahn, woraufhin die meisten Teams auf Regenreifen setzten. Dörr riskierte von Startplatz zehn jedoch alles und fuhr mit Slicks (Trockenreifen) los – eine Entscheidung, die sich goldrichtig auszahlte.
Obwohl der Lamborghini-Pilot Marco Mapelli die Ziellinie zuerst überquerte, erbte Dörr den Sieg. Mapelli wurde aufgrund eines Vergehens während einer Gelbphase nachträglich mit einer Zeitstrafe belegt. Nutznießer der anschließenden Korrekturen war auch Ricardo Feller, der trotz einer eigenen 15-Sekunden-Strafe den dritten Rang behielt und damit sein erstes DTM-Podium für Porsche feierte.
Die wichtigsten Fakten zum Rennwochenende (Lauf 5 & 6)
- Austragungsort: DEKRA Lausitzring, Klettwitz
- Distanz: 3.478 Meter Streckenlänge
- Klimatische Bedingungen: Wechselhaftes Wetter bei warmen 29 Grad
- Startplatz 1: Nicki Thiim (Aston Martin Vantage GT3), Rundenzeit: 1:19,463 Min.
- Gewinner: Ben Dörr (Dörr Motorsport, McLaren 720s GT3 Evo)
- Top-Runde im Rennen: Maro Engel (Mercedes-AMG GT3), Rundenzeit: 1:20,694 Min.
- Rennen 2: DTM Lauf 6 morgen 21.06.2026 Rennstart 13.30 Uhr
Die rennentscheidende Phase: Von Slicks zu Strafen
Zu Rennbeginn sah es für die Risikofreudigen zunächst düster aus. Neben Dörr, Mapelli und Feller setzten auch Pole-Setter Nicki Thiim sowie Marco Wittmann auf Slicks. Auf der noch nassen Strecke verloren sie anfangs massiv an Boden und konnten die Pace der Konkurrenz nicht halten. Das Blatt wendete sich jedoch schnell, als der Asphalt zunehmend abtrocknete. Knapp vor dem Öffnen des Boxenstopp-Fensters erkämpfte sich Thiim die Spitzenposition zurück, während Dörr bereits auf den sechsten Rang vorgefahren war.
Ein technischer Defekt leitete schließlich die dramatische Wende ein: Timo Glock musste seinen McLaren vorzeitig auf der Strecke abstellen. Thiim reagierte sofort und holte sich in Runde 13 frische Reifen. Nur eine Runde später bogen auch Mapelli, Dörr und Feller zeitgleich zum Service ab – ein perfektes Timing. Unmittelbar danach bremste eine „Full-Course-Yellow“-Phase das gesamte Feld aus. Durch diese glückliche Konstellation erarbeitete sich das Trio einen komfortablen Vorsprung von mehr als 20 Sekunden auf den zuvor führenden Aston Martin von Thiim.

In dieser Formation passierten die Piloten letztlich auch die Ziellinie. Das dicke Ende folgte jedoch am grünen Tisch: Da sowohl Mapelli als auch Feller während der Gelbphase das Tempolimit von 80 km/h überschritten hatten, wurden beide nachträglich sanktioniert. Dies spülte Dörr endgültig ganz nach oben auf das Siegerpodest. Trotz der Strafe zog Feller ein positives Fazit und freute sich über ein gelungenes Porsche-Debüt auf dem Podium, räumte jedoch ein, dass ihm im Rennen die nötige Pace für den direkten Angriff gefehlt habe.
Die weiteren Top-Platzierungen
Hinter den Podiumsraängen sicherte sich der Däne Nicki Thiim den vierten Platz. Eine furiose Aufholjagd zeigte Marco Wittmann, der sich auf den profillosen Reifen von Startplatz 18 bis auf den fünften Rang vorkämpfte. Lucas Auer reichte ein sechster Platz, um sich die Führung in der Gesamtwertung zurückzuholen. Die Top 10 komplettierten Jules Gounon (Platz 7), Matteo Cairoli im Ferrari (Platz 8), sowie Arjun Maini und Kelvin van der Linde auf den Rängen neun und zehn.

Offizielles Endergebnis (Top 5): 5. DTM-Saisonlauf (Lausitzring)
- Ben Dörr (D) | Dörr Motorsport
- Marco Mapelli (I) | Red Bull Team Abt (+13,136 Sek.)
- Ricardo Feller (CH) | Manthey (+17,732 Sek.)
- Nicki Thiim (DK) | Comtoyou Racing (+23,435 Sek.)
- Marco Wittmann (D) | Schubert Motorsport (+24,749 Sek.)
Fazit, Ausblick und FAQ zum DTM-Krimi auf dem Lausitzring
Fazit: Mut wird im Regenpoker belohnt
Der fünfte DTM-Lauf auf dem Lausitzring hat bewiesen, wie unberechenbar und spektakulär moderner Motorsport ist. Das extreme Risiko von Ben Dörr und seinem Team, bei nasser Strecke auf Trockenreifen zu setzen, war rückblickend ein genialer Schachzug. Dass der historische erste McLaren-Sieg letztlich durch nachträgliche Zeitstrafen der Konkurrenz besiegelt wurde, schmälert die fahrerische Leistung des 21-jährigen Youngsters keineswegs. Mit fünf verschiedenen Siegern in fünf Rennen zeigt die DTM eine Leistungsdichte, die Fans und Experten gleichermaßen begeistert.
Ausblick: Schlag auf Schlag zum nächsten Lauf
Nach dem turbulenten Samstagsrennen bleibt den Teams kaum Zeit zum Durchatmen. Bereits am Sonntag steht mit dem sechsten Saisonlauf das nächste Highlight auf dem DEKRA Lausitzring an. Die Karten werden komplett neu gemischt: Finden die bestraften Teams rund um Mapelli und Feller die passende Antwort? Und kann Lucas Auer seine frisch zurückeroberte Tabellenführung verteidigen? Der Asphalt ist heiß, und der Kampf um die Meisterschaft geht sofort in die nächste Runde.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Rennen
- Wer hat das Samstagsrennen auf dem Lausitzring gewonnen?
Der 21-jährige Ben Dörr (Dörr Motorsport) sicherte sich im McLaren 720S GT3 Evo seinen ersten DTM-Sieg. Es war gleichzeitig der historische erste Erfolg für die Marke McLaren in der Rennserie. - Warum wurde Marco Mapelli trotz Zieldurchfahrt als Erster nicht Sieger?
Der Lamborghini-Pilot Marco Mapelli überquerte die Ziellinie zwar als Erster, erhielt jedoch nachträglich eine 15-Sekunden-Zeitstrafe. Er war während einer „Full-Course-Yellow“-Phase (Gelbphase) schneller als die erlaubten 80 km/h gefahren. - Welche Taktik war entscheidend für den Rennsieg?
Der mutige Reifenpoker zu Rennbeginn: Trotz eines Wolkenbruchs kurz vor dem Start setzten einige Fahrer, darunter der spätere Sieger Ben Dörr, auf profillose Slicks (Trockenreifen). Als die Strecke abtrocknete, spielten diese Reifen ihren Tempovorteil voll aus. - Wer führt nach dem 5. Lauf die DTM-Tabelle an?
Durch einen starken sechsten Platz im Samstagsrennen übernahm der Österreicher Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf) wieder die Führung in der Gesamtwertung. - Wie viele verschiedene Sieger gab es bisher in der Saison?
Die DTM bleibt extrem ausgeglichen. In den ersten fünf Läufen der Meisterschaft gab es fünf unterschiedliche Piloten, die ganz oben auf dem Podium standen.
















