
Seit nunmehr drei Jahrzehnten prägen die Sicherheitsfahrzeuge aus Affalterbach das Bild der Königsklasse des Motorsports. Was im Jahr 1996 als feste Partnerschaft begann, hat sich zu einer beispiellosen Erfolgsgeschichte in Sachen Rennstreckensicherheit entwickelt.
Zum 30-jährigen Jubiläum dieser Kooperation zwischen Mercedes-Benz, Mercedes-AMG und der FIA wird diese Tradition nun fortgeführt. Mit dem Mercedes-AMG GT 63 PRO 4MATIC+ betritt das mittlerweile 14. offizielle Safety Car mit dem Stern die weltweite Bühne des Formel-1-Zirkus. Seine offizielle Rennpremiere feiert das Hochleistungsmodell im Rahmen des „Formula 1 AWS Hungarian Grand Prix“ auf dem anspruchsvollen Hungaroring in Budapest.
Das neue Modell löst eine wahre Ikone ab: den Mercedes-AMG GT Black Series. Dieses Vorgängermodell war seit der Saison 2022 im weltweiten Dauereinsatz und absolvierte bis zu seinem letzten Dienst bei den ersten vier Runden des Großen Preises von Belgien insgesamt 51 Einsätze. Der Nachfolger tritt somit in große Fußstapfen, bringt jedoch technologische Neuerungen mit, die den gestiegenen Anforderungen der modernen Formel 1 in jeder Hinsicht gerecht werden.
Technische Meisterleistung: Die Performance-Basis des Jubiläumsmodells
Die Anforderungen an ein modernes Safety Car sind extrem hoch. Das Fahrzeug darf auf den Geraden nicht zu langsam sein, damit die Reifen und Bremsen der nachfolgenden Formel-1-Boliden nicht kritisch abkühlen und der Motorendruck stabil bleibt. Aus diesem Grund basiert das neue Sicherheitsfahrzeug auf dem Mercedes-AMG GT 63 PRO 4MATIC+, einem Sportwagen, der bereits ab Werk konsequent auf maximale Performance und präzise Fahrbarkeit ausgelegt ist.
Das Herzstück des Boliden bildet der bewährte 4,0-Liter-V8-Biturbomotor. In dieser Ausbaustufe leistet das Aggregat beachtliche 450 kW (612 PS) und stellt ein maximales Drehmoment von 850 Nm bereit. Diese Leistung garantiert eine brachiale Beschleunigung aus den Kurven heraus. Die Kraftübertragung übernimmt das extrem schnell schaltende AMG SPEEDSHIFT MCT 9G-Getriebe, welches die Gänge ohne spürbare Zugkraftunterbrechung sortiert.
Eine echte Premiere in der 30-jährigen Geschichte der Mercedes-Safety-Cars ist der Einsatz des vollvariablen Allradantriebs AMG Performance 4MATIC+. Während die Vorgänger primär auf reinen Heckantrieb setzten, sorgt die intelligente und vollvariable Kraftverteilung auf alle vier Räder für ein massives Plus an Traktion. Dies ist besonders bei widrigen Wetterverhältnissen, plötzlichen Regenschauern oder verschmutzter Fahrbahn ein entscheidender Sicherheitsfaktor. Um die enorme Kraft jederzeit sicher im Zaum zu halten, ist das Fahrzeug serienmäßig mit einer AMG Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage ausgestattet. Diese arbeitet selbst unter dauerhafter, extremer Belastung auf der Rennstrecke absolut konstant, fadingfrei und präzise.
Aerodynamische Optimierung und innovative Signalanlage nach FIA-Standard
Ein besonderes Augenmerk bei der Entwicklung des Safety Cars galt der Aerodynamik und der Sichtbarkeit auf der Strecke. Im Vergleich zum Serienmodell verfügt das FIA-Fahrzeug über ein umfassend überarbeitetes Aerodynamik-Paket. An der Vorderachse sorgen neu gestaltete Luftleitelemente, sogenannte Dive Planes, sowie ein modifizierter Frontsplitter für gezielte Luftumlenkung. Dadurch wird der Abtrieb an der Vorderachse spürbar erhöht, was dem Fahrzeug insbesondere in schnellen, langgezogenen Kurven eine außergewöhnliche Stabilität verleiht. Am Heck arbeitet ein modifizierter Flügel, der mit einem aktiven Flap ausgestattet ist und sich je nach Fahrsituation optimal anpasst.
Eine technische Besonderheit stellt die Signalanlage dar. Statt eines klobigen Dachbalkens, der die Luftströmung massiv stören würde, wurde die LED-Leuchteinheit vollständig in das Profil des Heckflügels integriert. Dies verbindet eine perfekte aerodynamische Effizienz mit maximaler Sichtbarkeit für das nachfolgende Fahrerfeld. Zusätzliche LED-Blitzer in der Frontpartie sowie modifizierte Front- und Heckleuchten sorgen dafür, dass das Fahrzeug auch bei starker Gischt oder Dunkelheit sofort wahrgenommen wird.
Die Steuerung des Rennwagens erfolgt über ein klares Farbsystem:
- Orangefarbene Signale: Sobald das Safety Car auf die Strecke fährt, signalisieren diese Leuchten ein striktes Überholverbot für alle Fahrer.
- Grüne Signale: Wenn sich das Safety Car zu Beginn einer Safety-Car-Phase mitten im Feld einreiht, signalisieren die grünen Leuchten, dass die davor befindlichen Fahrer das Sicherheitsfahrzeug überholen dürfen, bis der Führende des Rennens direkt hinter dem AMG fährt.
Alle Leuchtmodule sind vollständig dimmbar ausgeführt. Dadurch kann die Intensität der Signale jederzeit an extrem helles Sonnenlicht oder an Nachtrennen angepasst werden, um eine Blendung der Piloten zu verhindern.

Das Cockpit: High-Tech-Zentrale für den Ernstfall
Wenn Bernd Mayländer, der langjährige offizielle Fahrer des FIA F1® Safety Cars, im Cockpit Platz nimmt, blickt er auf eine hochmoderne Kommandozentrale. Um in kritischen Situationen ohne Verzögerung mit der Rennleitung kommunizieren zu können, verfügt das Fahrzeug über ein speziell entwickeltes Bordnetz-Management. Dieses integriert modernste Funk-, GPS- und Kameratechnik.
In der Mittelkonsole befindet sich ein zentrales Bedientableau sowie die sogenannten FIA-Tablets. Diese Bildschirme wurden in der neuesten Generation leicht vergrößert und erlauben eine intuitive, schnelle Bedienung aller rennrelevanten Systeme. Das Fahrwerk ist mit dem AMG ACTIVE RIDE CONTROL-System inklusive aktiver Wankstabilisierung ausgestattet. Für den Fahrer bedeutet dies ein noch dynamischeres und zugleich sichereres Fahrverhalten, da sich die Wankbewegungen der Karosserie in schnell gefahrenen Kurven auf ein Minimum reduzieren.
Auch das Thema Insassenschutz wird großgeschrieben. Zur sicherheitsrelevanten Ausstattung im Innenraum gehören:
- Ein massiver, fest verschraubter Überrollbügel aus Stahl.
- Professionelle 6-Punkt-Sicherheitsgurte für Fahrer und Beifahrer.
- Ergonomische Rennsport-Schalensitze des Spezialisten RECARO.
- Ein spezieller, innenliegender Sicherheitstank für den Kraftstoff.
- Eine extrem widerstandsfähige Makrolon-Sicherheitsverglasung an der Front- und Heckscheibe.
Den direkten Kontakt zum Asphalt halten ultrahochleistungsfähige Pirelli P Zero R-Reifen. Diese verfügen über eine spezielle Zwei-Laufflächen-Gummimischung, die in enger Zusammenarbeit zwischen Pirelli und Mercedes-AMG auf anspruchsvollen Teststrecken wie dem Nürburgring und in Nardò entwickelt und erprobt wurde.
Exklusives Jubiläumsdesign für die Formel-1-Saison
Für den Ersteinsatz auf dem Hungaroring in Ungarn wurden zwei identische Exemplare des modifizierten Mercedes-AMG GT 63 PRO 4MATIC+ aufgebaut. Um die 30-jährige Erfolgsgeschichte optisch zu würdigen, tragen beide Fahrzeuge ein exklusives Jubiläumsdesign.
Die Basis bildet eine tiefe, schwarze Lackierung, die durch dynamische, rote Folierungselemente ergänzt wird. Neben den prominenten Schriftzügen des offiziellen Partners CrowdStrike prangt ein eigens entworfenes „30 Jahre“-Logo auf der Motorhaube, dem Dach sowie auf dem Heckflügel des Sportwagens. Damit ist das Fahrzeug nicht nur ein technischer Schutzengel, sondern auch ein optisches Highlight an den Rennwochenenden.
















